MECHANIC/VOICE

„Ein ewiges Hin- und Herhüpfen entsteht mit Zufällen und Lächerlichkeiten; denn es kommt vor, dass zwei zueinander springen, gleichzeitig, so dass sie einander nur in der Luft begegnen.“ (Rainer Maria Rilke in Notes sur la Mélodie des choses, 1989)

 

 

Mechanik und Stimme nähern sich, um sich dann wieder voneinander zu entfernen. Diese Momente der Dynamik, wenn plötzlich beide in Einklang erklingen und sich wieder lösen, stellen unser Motiv der Zusammenarbeit dar.

Die ZuhörerInnen sollen auf einen Weg der imaginativen Bilder genommen werden und ihrer Fantasie und Assoziationen Raum geben können. Der Sound ermöglicht Stimmungen und Sphären zu vermitteln ohne ein visuelles Diktat. Er erlaubt die Augen zu schliessen und doch zu sehen. Das Nachvollziehen über die Performance beruhigt das neugierige Gemüht und eröffnet einen weiteren Zugang - die erzeugte Klangwelt entspringt dem Moment.

Mechanic Voice ist eine etwa 30 minütige Klangperformance, die sich aus einer Kooperation zwischen Mechanik und Stimme zusammenschliesst. Die Mechanik wird von Viola Clematide und die Stimme von Lara Wedekind vertreten.

Generiert wird der Sound auf der mechanischen Seite durch drei gesteuerte Klangerzeuger, die Viola Clematide selbst zusammengestellt hat. Diese sind, mit einer Ausnahme, mit Elektromotoren versehen, die durch Aktivierung Objekte in Bewegung setzten und erklingen lassen. Der Klang wird mittels Kontakt- oder Ansteckmikrofon abgenommen und in einen Mischpult geführt. Bei der Klanggestaltung bedient sich Viola Clematide an zwei Effektgeräten, wobei sie mit deren Benutzung die Klänge bis hin zu einer Destruktion verändern kann.

Die Stimme von Lara Wedekind unterwandert, durchschreitet und begleitet die Klangwelt der Mechanik - sie setzt gegensätzliche Akzente oder nähert sich der Mechanik. Mit vorproduzierten Aufnahmen, ist es ihr unteranderem möglich mit Direktheit und verwischter Aussagen zu spielen. Auch sie bedient sich an Soundeffekten, wobei sie dadurch, ähnlich der Mechanik, die Stimme zerlegen und verfremden kann.

Die Klangperformance ist an eine fixierte Dramaturgie geknüpft, die von Lara Wedekind und Viola Clematide erarbeitet und niedergeschrieben wurde. 

 


"Seit nun fast zwei Jahren beschäftige ich mich mit Sound, Klang und Geräusch. Mein Interesse liegt ausserdem bei der Mechanik, Elektronik und bei einfachen Programmierungen. Diese beiden Gebiete vereinigen sich in meinen mechanischen Klangerzeugern. Ich habe schon mit verschiedenen Arten gespielt, um die Motoren zu starten - nun betätige ich sie selber. Die mechanischen Klangerzeuger werden von mir gesteuert und gespielt, wobei die mechanischen Geräusche zerlegt werden. Dadurch liegt die Aufmerksamkeit auf den verschiedenen Facetten im Geräusch.

 

Für mich werden meine Klangerzeuger zu mechanischen Persönlichkeiten mit differenzierten Charakteren, sobald sie in Bewegung gesetzt werden und erklingen. So haben sie in meinen Augen schon fast etwas Menschliches."

"Ich singe,

gerne weil es (mich) bewegt. 

 

Hier fragt es und lässt mich über die menschliche Stimme nachdenken. Sowohl in Geräusch, Sprache und Ton. In ihrer Direktheit, das Ohr zu erreichen, in ihrer Subtilität, eine klare Ansage zu verwischen und nicht zuletzt in ihrer Kontinuität, auf einem zeitlichen Pfad Spuren zu legen. 

 

Woher kommt sie und wo will sie hin."

 


VERGANGENE PERFORMANCES:

19.11.2016 Jubiläumsfeier Visarte Zentralschweiz, Luzern

27.03.-02.04.2017 In der Ausstellung Klangwelten, Zeughauskultur Brig

www.zeughauskultur.ch